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Ein strenges,

radikal armes Ordensleben,

das ohne Vorbehalt zugunsten

der Armen geführt wird,

zwischen fleißigem Handeln

und erhabener Kontemplation.

“UM GOTT ZU GEFALLEN”

Einsichten und Ideale

„DIE WURZELN“ DES NEUEN BAUMES

Einige Tage nach ihrer Ankunft in Rom schrieb Mutter Franziska einen Brief an Pater Jordan und öffnete ihr Herz über ihre Hoffnungen für die Zukunft des neuen Werkes: „Auf diesem neuen Baum werden die schönsten Früchte für die heilige Kirche reifen“ - sagte sie und erkannte fast auf Zehenspitzen, dass sie von Gott „einen festen Glauben, eine zuversichtliche  Hoffnung und eine glühende Liebe“ erhalten hatte. Der Briefwechsel mit P. Jordan, der in dieser Zeit sehr häufig wurde auch zum Anlass, ihre Ideale des Ordenslebens zu erwähnen:

​

„Mein Verständnis der neuen Gründung zielt darauf ab, dass die Heilige Regel, so wie sie der heilige Franziskus der heiligen Klara gegeben hat, wieder in ihrer ursprünglichen Form praktiziert werden soll und dass die Normen der heiligen Theresia hinzugefügt werden sollen“.

 

Diese Klarheit der Zielsetzung, zusammen mit  der Erfahrung, die Mutter Franziska zuerst in Maria Stern und dann im Karmel gesammelt hatte, wurde von Pater Jordan mit Hochachtung begrüßt. Der Gründer der Katholischen Lehrgesellschaft, ein Mann von tiefer Spiritualität und Gebet, hatte jedoch für den weiblichen Zweig des Werkes ein anderes Ideal reifen lassen: Der Zweck des neuen Instituts bestand darin, das Evangelium durch eine totale Hingabe an das lehrende Apostolat zu verkünden, und alles sollte zusammenlaufen, um dieses Ziel zu erreichen.

FLEISSIGES HANDELN UND ERHABENE KONTEMPLATION

Aus den Briefen von Mutter Franziska hingegen kann man erkennen, wie diese „starke Frau“ entschieden auf ein strenges Ordensleben ausgerichtet war, radikal arm und ohne Vorbehalte, das wie auf „parallelen Linien“, zwischen fleißigem Handeln und erhabener Kontemplation gelebt werden sollte. Dies kommt in den Ordensregeln, die sie auf Bitten von P. Jordan, der ihre einzigartigen Gaben der Gnade und scharfe Intelligenz schätzte, für die neue Gemeinschaft erstellt hat, klar zum Ausdruck. Dieser deutliche Unterschied in den Idealen wird beiden jedoch bald zu verstehen geben, dass es unmöglich war, die Entwicklung der neuen Stiftung gemeinsam fortzusetzen. Trotz des gemeinsamen Wunsches, das Reich Gottes wachsen zu lassen, zogen die beiden letztlich

auf dem Acker Gottes zwei unterschiedliche Gräben der evangelischen Erneuerung und brachten wenig später zwei unteschiedliche religiöse Familien hervor. Diese wurden zur greifbaren  Bekundung des vielgestaltigen Wirkens des Geistes und des vielfältigen charismatischen Reichtums der Kirche.

© 2020 SCHWESTERN VON DER SCHMERZHAFTEN MUTTER

des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franz von Assisi

GENERALARCHIV - ROM

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