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„Im stillen Tabernakel in St. Gangolf wollen wir uns begegnen und dort vereint unserer sakramentalen Liebe, unserem Gott und Alles,
Anbetung und Huldigung darbringen“
Mutter Franziska Streitel

Der ältere Bruder
ADAM

„DER LIEBE ADAM“


Adam Streitel wurde am 16. August 1846 in Mellrichstadt geboren. Er absolvierte seine Studien in den Gymnasien von Münnerstadt und Würzburg. Er hätte gerne eine militärische Laufbahn eingeschlagen, aber es war der Wunsch seines Vaters, dass er das Polytechnikum in München besuchte. Als er schließlich dessen Zustimmung erhielt, schrieb er sich in die Militärschule ein, die er mit bestem Erolg absolvierte.
Im Jahr 1866 nahm er am „Sieben-Wochen-Krieg“ teil, und vier Jahre später, 1870, kämpfte er im französisch-preußischen Krieg und erreichte die höchsten militärischen Grade.

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Wegen einer schweren Augenkrankheit, die er sich während des Krieges zuzog, musste Oberstleutnant Adam Streitel vorzeitig in den Ruhestand treten und verbrachte seine letzte Lebenszeit in München, wo er am 23. November 1928 starb.

 

„In den nächsten Tagen werde ich an Adam schreiben“, sagte Mutter Franziska in einem Brief von 1888 an ihre Schwester und zeigte all ihre Besorgnis und Zärtlichkeit für ihren älteren Bruder, dessen Erinnerung in ihren Briefen an die Familie immer wieder auftaucht. Sogar aus Marshfield, Amerika, schrieb sie ihren Eltern mit Zuneigung über Adams Wünsche:

​

“Adam könnte seine Reiselust befriedigen,

indem er hierher nach Amerika käme.

Es gibt Künste und Wunder in jedem Bereich des menschlichen Wissens und Entdeckens; die Natur, besonders in Wisconsin, ist wirklich schön, er könnte mit dem Wanderstock in den Wald gehen...“.

DER „GEPRÜFTE“ MENSCH

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Adam: der ältere Bruder, aber auch der Militärangehörige, Oberstsleutnant Adam, der Kämpfer, der Kriegsinvalide, der geprüfte Mensch, auch wegen der psychiatrischen Krankheit seiner Frau, die in ein Pflegeheim eingeliefert wurde, mit Schwierigkeiten überhäuft.

Adam: der geliebte Bruder, der, sobald es ihm möglich war, einen Teil seiner Zeit auch seiner jüngeren Schwester widmete, trotz der ohnehin schon schweren Belastung durch seine Familie. Mutter Franziska schrieb an ihre Schwester Hedwig: „Ich freue mich, dass Adam Dir so viel Zeit widmet...“

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Mutter Franziska und die Gemeinschaft

Das Wohl meiner Geschwister ist mir heilig!

In einem Brief vom 21. Juli 1897 an Schwester Hedwig drückte Mutter Franziska feinfühlig ihre zarte und starke Liebe zu ihren Geschwistern aus:

„Das Wohl meiner Geschwister
ist mir heilig,
und dafür bringe ich
auf meinen Knien Gebete
und Opfer vor Gott dar“.
 
Mutter Franziska Streitel

ADAM, FREUDE UND KUMMER VON MUTTER FRANZISKA

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Adam, die Freude und der Kummer von Mutter Franziska: „Der liebe Adam“, schrieb sie mehrmals. Und erneut: „...er leidet viel auf dieser Erde."  Für ihn, für seine körperliche und moralische Genesung, alle Gedanken in ihrem letzten Brief wiederum an Hedwig adressiert:

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„Der liebe Gott möge Dich, liebe Schwester, und dein Wirken bei Adam segnen, der sich sehnt, Dich als liebende Schwester und treue Haushälterin baldigst bei sich zu sehen. Diese Zeit wird für Adam eine Gnadenzeit sein - eine Zeit sittlicher und moralischer Erholung.

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Ein Brief von Adam Streitel an seine Eltern

Gott segne Euch!

Auf Eurem Weg Glück und Frieden!

Liebe Eltern!
Ich spreche Euch und meiner guten Schwester meinen herzlichen Dank für die besten Wünsche aus, die Ihr mir übermittelt habt. Ich nehme sie von ganzem Herzen an, denn ich weiß, dass sie Eurer Liebe zu mir entspringen. Möge der Allerhöchste seinen Segen über euch ausgießen und euren Weg mit Blumen, Glück und Frieden besprengen: Mögen dies die Sterne sein, die immer über euch leuchten. Dies ist das Geschenk, das ich Euch zu Weihnachten auf den Gabentisch lege, dies ist der Wunsch, der mein Herz erfüllt.
Euer gehorsamer Sohn
Adam

© 2020 SCHWESTERN VON DER SCHMERZHAFTEN MUTTER

des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franz von Assisi

GENERALARCHIV - ROM

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