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„Im stillen Tabernakel in St. Gangolf wollen wir uns begegnen und dort vereint unserer sakramentalen Liebe, unserem Gott und Alles, Anbetung und Huldigung darbringen“

Mutter Franziska Streitel

Die Schwester
HEDWIG

„MEINE GUTE HEDWIG“

 

Hedwig, - „meine gute Hedwig“, wie Mutter Franziska sie nannte - wurde am 26. Januar 1853 in Mellrichstadt als vierte und letzte Tochter von Adam und Franziska Karolina Streitel geboren. Von ihren Eltern erhielt sie, wie die anderen Kinder, eine gute menschliche Bildung und eine ausgezeichnete religiöse Erziehung. Sie besuchte die Volksschule in Mellrichstadt bei den sogenannten „Schulschwestern“ und studierte dann weitere vier Jahre am Institut der Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg.  Wegen der Krankheit ihrer Mutter war sie gezwungen, ihr Studium zu unterbrechen: ein Opfer, das Mutter Franziska sehr schätzte; so schrieb sie in einem Brief an P. Jacquemin: „Möge der gute Herr reichlich segnen, was diese gute Seele als Tochter für ihren Eltern bis ins Grab getan hat“.

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Und an Hedwig schrieb sie und erinnerte daran, dass Gott unserem Verzicht großen Wert beimisst:

„Liebe Hedwig, freue dich jetzt über die schöne Krone, die in der Ewigkeit für dich vorbereitet worden ist, dort werden all die Nöte und Leiden, die mit Glauben und Liebe ertragen wurden, ihren vollen Wert erlangen. Gott selbst wird jede Träne trocknen, und er, der die Quelle des Lichts und der Heiligkeit ist, wird unser volles Erbe sein“.

Unterdessen muss Hedwig wegen ihrer eigenen körperlichen Zerbrechlichkeit auch auf ihren großen Wunsch verzichten, ins Kloster einzutreten. Während sie in der Welt bleibt, lebt sie nichtsdestotrotz in einem Geist der Frömmigkeit und Bescheidenheit, verfolgt mit großem Interesse die Arbeit von Mutter Franziska und opfert Gebete und Leiden an, um die neue Gemeinschaft der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter zu unterstützen sie bemüht sich auch sehr, ihnen gute Berufungen zukommen zu lassen: „...der Herr wolle ihr alles unserem Orden erwiesene Gute tausendfach lohnen“, schrieb Mutter Franziska 1890 ihren Eltern.

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UNERMÜDLICHE LEHRERIN

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41 Jahre lang n unterrichtete Hedwig an der Schule der “Englischen Fräulein” in Bamberg Stenografie, bildete eifrig andere Lehrerinnen aus, und gab nach dem Tod ihrer Eltern auch Privatunterricht. Der Erfolg ihres Unterrichts wurde so bekannt, dass Mutter Franziska mit klarer Genugtuung davon berichtete und sie gleichzeitig daran erinnerte, ihr berufliches Engagement mit Gebet zu bekräftigen und auch auf die Gesundheit zu achten:

 

 “Kein Wunder, dass Dein Lehrberuf so erfolgreich ist. Du, liebe Hedwig, beginnst immer mit dem Gebet, damit all Deine Arbeit von Gottes Hilfe begleitet wird. Versuche, auf Deine empfindliche Gesundheit zu achten”.

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Sie musste mehrmals auf dieses Thema zurückkommen und und es betonen, weil die unermüdliche Emsigkeit von Hedwigs Arbeit ihrer zerbrechlichen Gesundheit zu schaden drohte. So zögerte sie nicht, sie vorsichtig zu tadeln und zu schreiben: „Liebe Schwester, man hat mir gesagt, dass es dir gut geht, aber dass du viele Stunden hintereinander unterrichtest. Wenn Dir Deine Kräfte ausgehen, dann wird es zu spät sein, um Dich auszuruhen!“.

Die Gesundheit von Hedwig war für Mutter Franziska eine wirkliche Sorge: „Der Gedanke, es könnte dich Krankheit etc. bedrängen, wollte mich immer wieder beherrschen, doch das Vertrauen auf den wunderbaren Mutterschutz Mariens, in deren süßes Herz ich dich eingeschlossen halte, gab mir Mut, auf das Beste zu hoffen.“  Und sie fragte die Mutter, wobei sie eine gewisse Besorgnis während einer Virusepidemie – „einer „starken Grippe“ - offenbarte, die zu vielen Komplikationen führte: „Geht es Hedwig gut?“.

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DIE TIEFE GEISTLICHE VERBUNDENHEIT MIT MUTTER FRANZISKA

 

Die beiden Schwestern lebten eine tiefe geistliche Verbundenheit und unterstützten sich gegenseitig mit großem Vertrauen und Zuversicht. „Ich könnte meiner Schwester im Vertrauen schreiben“ - sagte Mutter Franziska und erinnerte an die innere Mühsal der Suche nach ihrer Berufung. Und dann: „Ich denke, ich kann mit Gewissheit sagen, dass wir beide im Geiste für das gleiche Werk zusammenarbeiten“ und: „Unsere Schwester (Hedwig) wäre eine Gabe für den Orden, ... besonders geeignet für den Fremdsprachenunterricht der Schwestern“. Und was die Sprachen anbelangt, so ermutigte sie sie, sich mit der Sprache in Übersee vertraut zu machen, als ob sie hoffte, dass die Schwester zu ihr nach Wichita in Amerika kommen könne: „Hedwig, lerne Englisch!!!“, wobei sie auf drei Ausrufezeichen bestand. Zuneigung und Gefühle der Dankbarkeit, die sofort zu höheren Sehnsüchten und Zielen führen.

 

„Liebe Schwester“, schrieb Mutter Franziska, „wir suchen eifrig nur Gott, und auf diese Weise werden wir all unseren Trost in der Erfüllung Seines anbetungswürdigen Willens finden...“. „Ich vertraue mich Deinem hingebungsvollen Gebet an...“. „Im stillen Tabernakel in Sankt Gangolf wollen wir uns begegnen und dort vereint unserer sakramentalen Liebe, unserem Gott und Alles, Anbetung und Huldigung darbringen“.

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Selbst die kleinen Details der erlesenen Höflichkeiten zeigen die Zärtlichkeit ihrer Beziehung. So fügte sie am Rande eines Briefes an ihre Eltern einen Vermerk über die „Setzlinge der Blumen der lieben Hedwig“ ein und über das für sie bereitgehaltene Geschenk an: “Für meine gute Hedwig habe ich seit einiger Zeit ein Perlmuttkreuz aufbewahrt, wenn es eine Gelegenheit gibt, werde ich es Ihr schicken".

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Klosterfriedhof

Marienburg - Abenberg:

Grabmal von Hedwig Streitel

​​​​UNTER DEN SCHWESTEN VON DER SCHMERZHAFTEN MUTTER VON MARIENBURG

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Das Leben Hedwigs spielt sich in dieser ständigen Verflechtung des geschwisterlichen und geistlichen Dialogs zwischen den beiden Schwestern ab, und sie hatin ihrem Herzen den Wunsch, hinter den Mauern eines Klosters zu leben, nie aufgegeben. Im Alter schließlich wurde dieser Traum, den sie seit der Jugend hegte, endlich Wirklichkeit. Im Herbst 1925 übersiedelte sie nach Abenberg in den Konvent Marienburg der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter.

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EIN LEBEN IN GEBET, ABGESCHIEDENHEIT UND EINFACHHEIT

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Dort verbringt sie ihre Tage im Gebet, in Abgeschiedenheit und Einfachheit. Solange es ihre Kräfte erlauben, gibt sie den Postulantinnen weiterhin Unterricht. Dann, als ihre Stunde gekommen war, entschlief sie ruhig von der Erde in den Himmel, nachdem sie die heiligen Sakramente empfangen hatte,

Sie starb am 22. Januar 1931, und ihre sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof des Klosters Marienburg in Abenberg.

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„Dieser Brief wurde mir von meiner

heiligen Schwester geschrieben.“

Unter den wenigen Dingen,

dieHedwig sorgfältig aufbewahrte,
der letzte Brief von Mutter Franziska,
vom 17. Januar 1911,
zwei Monate vor ihrem Tod.
Am oberen Rand hatte Hedwig  mit Bleistift angemerkt:
„Dieser Brief wurde mir von meiner heiligen Schwester geschrieben.“

Ein EINFACHER ERINNERUGSVERMERK oder vielmehr der Wunsch, diskret ihre Zustimmung zum Ruf der Heiligkeit auszudrücken,
der ihre Schwester
bereits im Leben umgab?

© 2020 SCHWESTERN VON DER SCHMERZHAFTEN MUTTER

des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franz von Assisi

GENERALARCHIV - ROM

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