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"WIE DAS WEIZENKORN"

DIE ABSETZUNG VON MUTTER FRANZISKA

14. April 1896

Mutter Franziska vom Amt der Generaloberin abgesetzt

 

Am 7. August 1895 trat Mutter Franziska ihre dritte und letzte Reise nach Amerika an, wo sie bis März des folgenden Jahres blieb. In dieser Zeit musste sie einige als notwendig erachtete Versetzungen in den verschiedenen Krankenhäuser veranlassen. Beim Besuch der verschiedenen Niederlassungen (in Amerika) hatte sie Gelegenheit, die guten Fortschritte der Apostolate, vor allem aber den religiösen Geist der Schwestern zu würdigen. Ihre Gesundheit wurde jedoch auf die Probe gestellt, und Müdigkeit und Sorgen lasteten auf ihrer Seele. Während ihres Besuchs bei den Schwestern in Denville traf sie Monsignore Joch, den Verwalter der Zweigniederlassungen in Amerika. Er schlug Mutter Franziska vor, das Gebäude zu vergrössern und die Kneipp-Kuren zu erweitern, was schon zu Meinungsverschiedenheiten geführt hatte. Mutter Franziska, die sich dessen bewusst ist, gab Monsignore Joch nicht sofort eine Antwort sondern reiste nach Europa ab. Sie kam in Wien an, verbrachte Ostern mit den Schwestern und reiste dann in Begleitung von Schwester Valeria, der Oberin der Filiale in Wien, nach Rom. Als sie in Rom ankam, erfuhr sie zu ihrer Überraschung, dass Monsignore Joch, der aus Amerika angereist war, mit ihr klären wollte, warum sie sich geweigert hatte, ihm eine Antwort zu geben. Da sie dazu nicht bereit war, brach Mutter Franziska zusammen mit Schwester Valeria erneute nach Wien auf, über Padua, nachdem sie in der Kirche St. Antonius in der Via Merulana gebeichtet hatten. Diese Vorgehensweise beunruhigte Monsignore Joch und Monsignore Jacquemin, die, nachdem sie sich mit Pater Josef Doebbing beraten hatten, den Kardinalvikar informierten. Und so wurde am 20. April 1896 Schwester M. Johanna Ankenbrand von den kirchlichen Autoritäten zur neuen Generaloberin der Kongregation ernannt.

Mutter Franziska blieb für einige Tage in Wien, und Ende April 1896 kehrte sie in Unkenntnis der Ereignisse nach Rom zurück. Bei ihrer Ankunft im Mutterhaus in Borgo Santo Spirito erfuhr sie von der Schwester Pförtnerin von den Veränderungen, die sich vollzogen hatten. Sofort begab sie sich in das Zimmer der neuen Generaloberin, Mutter Johanna Ankenbrand, die sie um Erklärungen bat. Mutter Franziska besiegelte mit einfachen Worten schweigend das Geschehene und versprach Gehorsam: “Lassen wir die Dinge, wie sie sind! Es ist in Ordnung, Gott hat es erlaubt”.

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Vgl. Vorstellung  von Sr. Therese Marie Mueller, SSM

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des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franz von Assisi

GENERALARCHIV - ROM

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